Ein etwas anderer Lehrgangsbericht
Am Ende des Jahres 2007 hatte ich mich von meinem „alten“ Aikidoverein, in dem ich über 15 Jahre Kinder- und Jugendtrainer war, getrennt. Ich hatte danach eigentlich die Absicht mit dem Aikido aufzuhören. Für den Kinder- und Jugendlehrgang des AVHH, am 16. Februar 2008, hatte ich mich aber noch als Lehrer zur Verfügung gestellt. Ich ging mit relativ gemischten Gefühlen zum Lehrgang, ohne große Lust und Ideen was ich auf dem Lehrgang machen wollte. Als ich aber dann vor dieser Gruppe stand, es waren auch viele meiner alten Schüler anwesend, kam meine alte Begeisterung für das Kinder- und Jugendtraining zurück. Es wurde ein wunderbarer Lehrgang, die Kinder und Jugendlichen hatten ihren Spaß, und für mich war klar, dass ich auf das Kinder- und Jugendtraining nicht verzichten wollte.
Fast ein Jahr später, am 07. Februar 2009 war ich wieder als Lehrer, gemeinsam mit meinen beiden Schülern Céline und Pascal Richtarski, beide 1. Dan, zu einem Kinder- und Jugendlehrgang eingeladen. Das Thema war Ukemi, Maai und Hanmi.
Als wir drei die vielen Weiß- und Gelbgurte sahen, hatten wir doch ein bisschen Bammel ob wir unser Konzept durchhalten würden. Zu Beginn wurden die Teilnehmer mit Spielen ein bisschen ausgepowert. Danach ging es dann aber los mit der Fallschule. Aus dem Angriff Katate-Ryote-Tori wurde ganz locker, in einem etwas abgewandelten Kokyo-Nage, die Rückwärtsrolle geübt. Das war ja noch einfach. Danach wurde aus dem gleichen Angriff zur Vorwärtsrolle geführt. Auch das bekamen alle wunderbar hin. Auch die Weißgurte.
Nun ging es zum freien Fall, bzw. zum Seitwärtsfallen. Wir begannen mit mehreren Vorübungen. Ich musste feststellen, dass die bei mir einsetzende Schwerhörigkeit auch etwas Gutes hat. Der Lärm, durch das Abschlagen beim Seitwärtsfallen, war nicht zu beschreiben. Die Anwesenden Eltern und Besucher müssen noch tagelang Hörprobleme gehabt haben. Die Angriffsform wurde beibehalten und daraus dann zum freien Fall, bzw. zum Seitwärtsfall geführt. Nachdem ich mit Pascal außerhalb der Matte gezeigt hatte, dass man sich beim Seitwärtsfallen nicht verletzt wenn man bestimmte Regeln einhält, hatten alle die Angst vor dem Seitwärtsfallen verloren und es wurde fleißig bis zur Mittagspause geübt.
Der Wirt des Vereinslokals des BSV hatte ein reichhaltiges warmes Büffet für uns bereitgestellt und leckere „gesunde“ Getränke wie Cola u.ä. gab es auch. Nachdem wir uns gestärkt und den Flüssigkeitspegel wieder aufgefüllt hatten, was bei mir bekanntermaßen nur mit Kaffee geht, ging es zur zweiten Trainingseinheit.
Als erstes wurde natürlich wieder gespielt und herumgetollt, aber dann wurde mit dem Jo geübt. Es begann mit der Rückwärtsrolle mit dem Jo. Auch dabei gibt es natürlich verschiedene Varianten. Wir entschieden uns für die Variante, bei der man den Jo ans Zentrum zieht und dabei mit ihm rollt. Nachdem jeder es alleine geübt hatte, wurde paarweise mit dem Jo geübt. Aber dann. Nun kamen wir zur Vorwärtsrolle mit dem Jo. Können das Weisgurte schon? Ja sie können es, sehr gut sogar. Nach den Vorübungen, bei denen jeder seine eigene Art suchen sollte, wie sie/er am besten mit dem Jo rollt, ging es zu den Partnerübungen. Auch das klappte bestens, es wurden keine Köpfe eingeschlagen und jeder der Teilnehmer rollte am Schluss des Lehrgangs rück- und vorwärts mit dem Jo. Achso, die einfachen Sachen wie Maai und Hanmi, haben wir natürlich in die Partnerübungen eingebaut.
Nach über 3 ½ Std. Training ging der Lehrgang dann leider zu Ende. Für mich hatte sich ein Kreis geschlossen. Eines der merkwürdigsten und spannesten Jahre die ich in 20 Jahren Aikido erlebt hatte, mit körperlichen und seelischen Verletzungen, ging zu Ende. Nach der Erfahrung im Februar 2008 habe ich eine neue Aikido-Abteilung gegründet, natürlich mit einer Kinder- und Jugendabteilung. Und natürlich ist diese Kinder- und Jugendabteilung deutlich größer als die Erwachsenenabteilung.
Ich möchte mich ganz herzlich bei meinen Schülern Céline und Pascal bedanken, dass sie mich immer ein bisschen getrieben haben eine neue Aikido-Gruppe aufzubauen. Ein ebenso herzlicher Dank geht aber auch an Alfred und Eckhard, dafür dass ich in diesem Jahr immer zu ihnen ins Training kommen durfte und hoffentlich weiter kommen darf.
Werner Conradi HNT-Aikido-Abt.





